Robert Wyatt – Different Every Time

RobertWyatt10.11.2014.

Nach irgendwelchen Konventionen hat sich Robert Wyatt nie gerichtet. Wyatt, 1945 in Bristol geboren, spielte Ende der Sechziger Jahre bei Soft Machine Schlagzeug, war dessen Sänger und Teil der damaligen Canterbury Szene. Die musikalischen Eruptionen zwischen Prog-Rock und Freejazz waren zeitweise ziemlich anstrengend. 1973 fiel Robert Wyatt im Rausch bei einer Party vier Stockwerke tief vom Balkon und sitzt seitdem im Rollstuhl. Danach hat sich Wyatt als Singer/Songwriter neu erfunden, hat eine Vielzahl an Coverversionen und eigenen Kompositionen auf tollen Alben veröffentlicht und bei unzähligen anderen Projekten mitgewirkt. Mit dem damals noch unbekannten jungen Ben Watt (Everything But The Girl) nahm er die Summer Into Winter EP auf. Bei Working Week sang er zusammen mit Tracey Thorn und Claudia Figueroa im Song Venceremos (We Will Win) gegen die Verfolgung von Chilenen unter dem Pinochet-Regime. Seit den 80er Jahren ist Robert Wyatt Mitglied der Kommunistischen Partei und hat seine politische Meinung nicht selten in seinen Songs zum Ausdruck gebracht. Vor kurzem hat er seine Biografie Different Every Time von dem englischen Musikjournalisten und Musiker Marcus O’Dair verfassen lassen. Dazu gibt es jetzt die dazugehörige Musik. Der Teil Ex Machina beinhaltet Songs von den frühen Jahren bei Soft Machine bis hin zu seinen letzten Solo-Alben. Auf Benign Dictatorships ist Wyatt als Gastsänger bei unterschiedlichsten Bands (u.a. Epic Soundtracks, Hot Chip, Björk) zu hören. Einziges Manko: Ein Album reicht bei weitem nicht aus, um dem Schaffen von Robert Wyatt gerecht zu werden. Und bei den Gastauftritten fehlt leider die hörenswerte Zusammenarbeit mit Ben Watt. Aber sonst gibt es viel zu entdecken!

Erschienen bei Domino
Homepage: strongcomet.com/wyatt/
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Veröffentlicht unter Alben 2014
One comment on “Robert Wyatt – Different Every Time
  1. Juergen Matthes sagt:

    Sorry, hier habe ich deiner Empfehlung folgend nach nur einem Song im Radio das Doppelalbum gekauft.
    Fazit: Ueberwiegend grausiger Opa-Psychorock. Am schlimmsten, das der Künstler nicht singen kann.
    VG, Juergen

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