Reeperbahnfestival // 19. – 22.09.2018 @ Hamburg St. Pauli

Das Reeperbahnfestival hat sich seit Jahren etabliert und kann getrost auf große Namen als Zugpferde verzichten. Man darf sich mehr den je auf spannende unbekannte Bands und Newcomer freuen. Die meisten mit frischem Album im Gepäck oder eben doch erst mit ein paar Songs im Netz Das Reeperbahnfestival startet diese Jahr erstmals am Mittwoch, es gibt somit einen vollen Festivaltag mehr mit prallem Lineup. Vier Tage lang spielen rund um den Hamburger Kiez hunderte von Bands, Künstlerinnen und Künstler. Neben etablierten Clubs sind vor allem die Locations, an denen man sonst keine Live-Musik erleben kann, ein Besuch wert. Schon mal im Schulmuseum in der Seilerstraße ein Konzert gesehen? Oder im Sankt Pauli Museum durch die Decke gegangen?
Das Festivaldorf auf dem Heiligengeistfeld hat sich im letzten Jahr auch etabliert und bindet die Clubs an der Feldstraße wie Knust, Uebel und Gefährlich, Terrace Hill und den wundervollen Resonanzraum besser an das Festival an.
Headliner, wenn es denn überhaupt welche gibt, sind sicherlich die etablierteren Bands wie Okkervill River, Darwin Deez, Get Well Soon, WhoMadeWho oder Metronomy. Aber wer wird als Secret Act dieses Jahr auftreten? Letztes Jahr wurde mit Liam Gallagher ein hoher Standard gesetzt!
Zur musikalischen Orientierung sei wie immer die sehr übersichtliche Reeperbahnfestival-App empfohlen, in der wie gewohnt ausführliche Infos und auch Hörbeispiele zu finden sind. Ansonsten gilt: einfach treiben lassen. Die besten Konzerte sind die unerwarteten. Eine kleine persönliche Auswahl:

Mittwoch 19.09
Brett Newski ist der klassische LoFi-Songschreiber. Auf seinem neuen Album Life Upside Down klingt er zwar etwas geerdeter als früher, aber – hej, wir werden doch alle nicht jünger! Catchy Songs gib es trotzdem zuhauf. Sankt Pauli Museum, 22.20 Uhr

Goat Girl kommen aus London und gelten als die Band der Stunde. Die vier Musikerinnen singen melodische Popsongs und sparen nicht mit Kritik an den Zuständen in ihrem Heimatland. Das bringen sie in herrlich kurzen Stücken auf den Punkt. Häkken, 0.00 Uhr

Donnerstag 20.09
Soccer Mommy ist das Projekt von Sophie Allison aus Nashville. Ihr melancholischer Indie-Pop mit viel DIY-Charme klingt zeitlos und authentisch. Mit Clean hat sie eine charmante Platte im Gepäck, die gerne in den Jahresbestenlisten für 2018 auftauchen darf. Nochtspeicher, 22.30 Uhr

S. Carey heißt eigentlich Sean Carey und ist nach einigen Soloalben, als Musiker bei u.a. Bon Iver und Produzent anderer Bands ein ziemliches Multitalent mit Wunderkind-Potential. Mojo Club, 23.00 Uhr

Princess Chelsea kommt vom anderen Ende der Welt (Auckland) hat auf ihrem brandneuen Album The Loneliest Girl bittersüße Popmelodien zu bieten. Mit viel Synthesizern und erhabener Stimme zaubert sie neue Sterne an den Pophimmel. Terrace Hill, 23.50 Uhr

Freitag 21.09
Goat Girl geben nach ihrem Konzert am Mittwoch heute eine große Zugabe. Knust, 21.30 Uhr

The Courettes sind der absolute Höhepunkt des Festivals. Vor zwei Jahren habe ich sie zufällig beim Festival im Headcrash gesehen. Die Band war auf der niedrigen Bühne zwar kaum zu sehen, aber die Stimmung großartig. Das dänische Duo heizte den Laden mit ihrem destilliertem Blues und Rock richtig gut ein. We Are The Courettes heißt das neue Album von Flavia Couri (Gesang, Gitarre) und ihrem Ehemann Martin (Schlagzeug). Nochtwache, 22:30 Uhr

Amyl And The Sniffers nennt sich die Band um Amy Taylor aus Melbourne. Mit Big Attraction & Giddy Up haben sie vor kurzem eine typische drei Akkord Punkplatte veröffentlicht. Rau, ungeschliffen und herrlich oldschool. Molotow, 23.50 Uhr

Samstag 22.09
Chris Garneau ist ein Songwriter alter Schule. Bei seinen Songs stellt man sich immer vor das er mit Leuten wir Elliott Smith oder Bill Callahan in einer Klasse war. Schulmuseum Seilerstraße, 23:10 Uhr

D/troit sind Dänemarks Antwort auf das Soul-Revival in den USA. Sie klingen erstaunlicherweise absolut authentisch und müssen sich nicht vor Lee Fields, Sharon Jones und anderen Soulgrößen verstecken. Und da Soul vor allem für die Bühne gemacht ist, darf gerne das Tanzbein geschwungen werden. Indra, 20.00 Uhr

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